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Ein Unfall mit einem Elektro- oder Hybridauto ist nicht einfach ein „normaler“ Blechschaden. Was bei einem Verbrenner schnell erledigt wäre, kann bei einem E-Auto gefährlich und teuer werden – vor allem dann, wenn die Hochvoltbatterie (Antriebsakku) oder Teile des elektrischen Systems betroffen sind.

Ich sehe immer wieder, wie Versicherungen Akku-Schäden kleinrechnen – oft, weil viele Gutachter sich schlicht nicht an Hochvolt-Systeme herantrauen. Das kann für den Halter teuer und riskant werden.


Warum E-Auto-Unfälle anders sind

Bei einem Unfall mit einem Elektro- oder Hybridfahrzeug geht es nicht nur um sichtbare Schäden. Entscheidend ist, ob das Hochvoltsystem sicher geblieben ist. Schon eine kleine Beschädigung kann gefährliche Folgeschäden auslösen – bis hin zum Akku-Brand.

Besonders kritisch:
⚡ Hochvoltbatterie (Antriebsakku) mit 400–800 Volt
🔌 Hochvoltkabel und Isolierungen
🔥 Brandgefahr bei beschädigten Akkuzellen
🧯 Notabschaltung und Spannungsfreischaltung

Nur wer Hochvolt-Systeme versteht, kann diese Risiken richtig einschätzen.


Was viele Gutachter übersehen

Viele klassische Gutachter behandeln E-Autos wie Verbrenner. Das führt zu falschen Bewertungen und gekürzten Regulierungssummen.

❌ Akku wird äußerlich begutachtet, aber nicht geprüft
❌ Kabel oder Steckverbindungen werden ignoriert
❌ Sicherheitsabschaltungen fehlen im Bericht
❌ Wertminderung durch Akkuschäden wird nicht berechnet

👉 Ergebnis: Die Versicherung zahlt zu wenig oder erklärt das Fahrzeug voreilig zum Totalschaden.


HV-Sachkunde S2 – dein Vorteil als Geschädigter

Als geprüfter Kfz-Sachverständiger mit HV-Sachkunde S2 darf ich Hochvolt-Systeme öffnen, prüfen und messen. Damit kann ich die Sicherheit und den Zustand deiner Batterie zuverlässig beurteilen – etwas, das nur geschulte Fachleute dürfen.

Das bedeutet für dich:
✅ korrekte Erfassung von verdeckten Akkuschäden
✅ sichere Bewertung von Wertminderung und Reparaturkosten
✅ gerichtsfeste Dokumentation gegenüber Versicherung und Anwalt


Praxisbeispiel aus Eisenach

Ein MG-Fahrer aus Eisenach hatte einen seitlichen Aufprall. Von außen sah es harmlos aus – beschädigte Tür, verkratzter Schweller. Doch die Hochvoltbatterie hatte einen Stoß abbekommen. Ohne HV-Gutachten wäre der Schaden als Bagatelle eingestuft worden.

Tatsächlicher Schaden:

  • Karosseriereparatur: 3.500 €
  • Hochvoltbatterie (teilbeschädigt): 12.000 €
    ➡ Gesamt: wirtschaftlicher Totalschaden

Nur durch das Gutachten konnte die Versicherung korrekt regulieren.


Wer zahlt bei Akku-Schäden?

Bei einem unverschuldeten Unfall gilt:
💰 Die Haftpflichtversicherung des Verursachers zahlt den gesamten Schaden – auch die Prüfung der Hochvoltbatterie.
🛡 Bei einem Kaskoschaden übernimmt deine eigene Versicherung die Kosten – je nach Vertragsbedingungen.

Wichtig: Ein Kostenvoranschlag reicht nicht aus. Für Akku-Schäden braucht es eine technische Bewertung durch einen HV-Sachverständigen.


Fazit – Bei E-Autos zählt Fachwissen, nicht Bauchgefühl

Ein Elektro- oder Hybridfahrzeug hat andere Risiken als ein Verbrenner. Falsche Einschätzungen können teuer und gefährlich werden.

Wenn du ein E-Auto fährst und in einen Unfall verwickelt bist, vertraue nicht irgendwem. Verlass dich auf einen Gutachter, der Hochvolt wirklich versteht.